Um die Verbundenheit der christlichen Mittelschulverbindungen im Burgenland auch nach Außen zu zeigen und um die Zusammenarbeit zu intensivieren wurden 4 weitere burgenländische Verbindungen als außerordenliche Mitglieder in dem BMV aufgenommen. Es handelt sich dabei um drei Mädchenverbindungen und eine evangelische Verbindung
Gegen Ende des Jahres 1999 fanden sich mehrere Eisenstädter Schülerinnen, die Kontakt mit Mitgliedern der Forchtenstein hatten, zusammen, um eine Idee aufzugreifen, die wohl unbewusst von einem der Ihren in ihre Köpfe gesetzt worden war.
Bei der Erstellung der GO, des Comment und der Statuten stand uns die Forchtenstein hilfreich zur Seite.
Am 10. Jänner 2000 war es schließlich so weit: Unsere Verbindung, die Christlich Österreichische Mädchenstudentenverbindung Pannonia Eisenstadt, wurde aus der Taufe gehoben. Erste Receptionen fanden bald statt, und auch eine kleine Schar an Ehrendamen wurde feierlich in unserem Kreise willkommen geheißen. Mit Unterstützung eben derselben fand am 7. Oktober 2000 schließlich unser Publikationskommers im Gasthof Ohr in Eisenstadt statt.
Fanden die ersten Veranstaltungen der jungen Verbindung noch im Eisenstädter „Leinner-Haus“ oder auf der Bude der Forchtenstein statt, machten wir uns eifrig auf die Suche nach einer eigenen Bude. Fündig wurden wir schließlich im Dompfarrzentrum, wo uns ein Kellerraum zur Verfügung gestellt wurde.
Der Pennälertag 2001 in Eisenstadt brachte schließlich eine weitere gute Möglichkeit, unsere junge Verbindung zu präsentieren.
Mit Hilfe unserer Ehrendame Dagmar Mitrovits v. Lena und deren Mann, BMV-Ehrenvorsitzendem Dr. Gerhard Mitrovits v. Ammon, wurde es schließlich möglich, neben der neu gegründeten Eisenstädter ÖCV-Verbindung A.V. Austro-Ferrea in den Keller des neuen Studentenheims der Burgenländischen Landwirtschaftskammer zu ziehen.
Seit dem Weihnachtsfestkommers 2004 verfügt die Pannonia nun auch über eine Verbindungsseelsorgerin: Mit der Aufnahme von Sr. Consolata Supper v. Diana, die uns bereits seit der Gründung unserer Verbindung mit Rat und Tat zur Seite stand.
Mit der Zeit etablierte sich die couleurstudentische Landschaft der drei bzw. vier Verbindungen in Eisenstadt: Jährlich gemeinsam abgehaltene Veranstaltungen sind etwa der Weihnachtsfestkommers wie auch die Eisenstädter-Kneipe. Auch gemeinsame Ferialprogramme zeugen von der guten Zusammenarbeit.
Ein wichtiger Meilenstein war auch unser 5. Stiftungsfest im Oktober 2005, zu dem wir neben zahlreichen Chargierten etwa 90 Gäste in der Corona begrüßen durften.
Seit dem 29. April 2006 ist unsere Pannonia nun außerordentliches Mitglied des BMV. Damit wurde ein Höhepunkt in der seit Jahren hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den burgenländischen Verbindungen erreicht: Bereits seit mehreren Jahren werden die Landesverbandsschulungen gemeinsam gestaltet und besucht. Für die kommenden Jahre gilt es nun, die gegenseitigen Freundschaften zu stärken und weiter gemeinsam für das Couleurstudententum im Burgenland zu arbeiten.
C.Ö.M.V. Polyxenia Oberschützen
Im Frühjahr 1997 organisierte die Asciburgia im BG/BRG Oberschützen ein Rhetorikseminar, an dem unter anderem auch viele Schülerinnen teilnahmen. Nach dem Seminar stellten einige Teilnehmerinnen dem Trainer, Philistersenior Asciburgiae, Sebastian Gimbel v. Sir Amor, die Frage, warum es in Oberschützen keine eigene Mädchenverbindung gäbe – die Idee der Gründung war geboren.
Die offizielle Gründung fand am 4.10.1997 am 75. Stiftungsfest Asciburgiae in Bad Tatzmannsdorf mit den ersten 5 Mitgliedern statt.
Die Polyxenia bekam den „Gaststatus“ auf der Bude der Asciburgia. Seit diesem Zeitpunkt beherbergte das St. Christophorushaus alle drei Oberschützer Korporationen.
Im Laufe der ersten Jahre wurde die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Oberschützer Verbindungen und mit der Walcueria Güssing intensiviert
Speziell die Zusammenarbeit mit der Walcueria mündete in ein gegenseitiges Freundschaftsabkommen & in einen Bändertausch.
In den Jahren 2003- 2005 kam es zu einer kurzen personellen „Durststrecke“.
Damensenior, Elke Hasler v. Mini, die in der Zwischenzeit allein die Verbindungsgeschäfte übernahm, konnte mit Beginn 2005 wieder den ersten Fuchsen rezipieren – Anika Bruckner v. Artemis. Seit diesem Zeitpunkt wächst die Verbindung langsam aber stetig. Das „Hausprojekt“ der beiden Verbindungen, Asciburgia und Tauriscia, wird nach Kräften unterstützt und die Polyxenia ist eingeladen auch nach der Realisierung eines eigenen Verbindungsheimes dieses mit zu benützen.
C.Ö.M.V. Walcueria Güssing
Bis 1989 gab es im Burgenland nur Burschenverbindungen. Das sollte sich aber rasch ändern. Durch die Unterstützung einiger Bundesbrüder der ortsansässigen Verbindung Qusinia zu Güssing wagten es 9 junge Schülerinnen aus Güssing eine eigene Mädchenverbindung zu gründen.
Am 30. April 1989 entstand schließlich die Mädchenverbindung Walcueria zu Güssing mit den Farben gold-rot-schwarz und dem Wahlspruch „Burgenland und Nächstenliebe“.
Am Anfang gab es auch negative Reaktionen. Nicht nur die Tatsache, dass es eine Mädchenverbindung gibt, auch unsere Farben (gold, rot, schwarz) sorgten für viele Fragen und Diskussionsstoff.
Wir scheuten aber den Kontakt zu anderen Verbindung nicht und fuhren quer durch Österreich. Somit konnten wir viele Fragen selbst beantworten. Außerdem besuchten wir sehr viele Stiftungsfeste und jedes Jahr den Pennälertag, wodurch auch viele Freundschaften geschlossen wurden.
Der erste Höhepunkt neben unseren jährlichen Stiftungsfesten war der 1. Ball der Farben im Jahre 1991, welcher zahlreich besucht wurde.
Wir knüpften auch Kontakte zu anderen Mädchenverbindung, die damals hauptsächlich in Wien und Niederösterreich waren. Im Jahre 1990 traten wir dem VfM bei.
Der nächste Höhepunkt in unserem jungen Verbindungsleben war das 10. Stiftungsfest 1999, das wir im Kulturzentrum Güssing feierten. Zugleich veranstalteten wir auch die VfM – Tage, die jedes Jahr eine andere Mädchenverbindung organisiert, welche einen großen Erfolg darstellten.
Ebenfalls zu diesem Anlass wurde das Freundschaftsabkommen mit der Mädchenverbindung Polyxenia Oberschützen abgeschlossen, welche jedoch kein Mitglied im VfM ist.
Auch mit dem BMV wurde die Zusammenarbeit immer besser. Im Jahre 1996 wurde ein Freundschaftsabkommen mit dem BMV beschlossen. Somit haben wir auch die Möglichkeit, an diversen Schulungen teilzunehmen und für unsere Verbindung Förderungen zu bekommen. Am 22.4.2007 sind wir als außerordentliches Mitglied dem BMV beigetreten.
E.M.V. Tauriscia Oberschützen
Die Tauriscia zu Oberschützen wurde am 02.05.1958 von zwölf Schülern, dem ortsansässigen Pfarrer Tepperberg und Prof. Szeberényi, der am BRG Oberschützen unterrichtete, gegründet.
Der Name leitet sich von dem keltischen Volksstamm der Taurisker, die zu den ersten Bewohnern des Südburgenlandes zählten, ab.
Von Anfang an lehnte sich die Tauriscia sehr an den Wingolf an. Schließlich unterstützten die Aktiven der Mutterverbindung sie von Beginn an ideell, praktisch und materiell. Die Tauriscia übernahm die Satzungen, den Comment und das Liedgut der akademischen Verbindung.
Das erste Stiftungsfest Taurisciae konnte am 22. Oktober 1958 unter großer Beteiligung vieler Wingolfiten gefeiert werden. In den ersten Monaten ihres Bestandes musste auch das Florettfechten eingeführt werden, um gegen die reaktivierte Burschenschaft Grenzwacht zu bestehen, die vornehmlich evangelische Schüler keilte. Von Anfang an verstand sich die Tauriscia vor allem als Freundschaftsbund. Im Gegensatz zur ortsansässigen Asciburgia, deren politische Ausrichtung man als konservativ bezeichnen kann, legte sich die Tauriscia auf diesem Gebiet nicht fest. Zu den Zielen der Tauriscia zählte immer die Pflege studentischer Tradition, die gemeinsame Freizeitgestaltung, das Bekenntnis zu einem demokratischen Österreich sowie Wahrung der religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Interessen der Mitglieder. In diesem Sinne erlebte die junge Verbindung einen steilen Aufstieg und hatte zeitweilig eine Aktivitas von über vierzig Mitgliedern. Mitte der Sechziger Jahre setzte ein starker Mitgliederschwund ein, der sich bis in die Siebziger Jahre hinein zog. 1978 musste die Aktivitas zum ersten Mal vertagt werden. Erst 1982 begannen sich wieder einige evangelische Schüler für das Verbindungsleben zu interessieren. Wenig später wurde dann mit ihnen und mit der Hilfe von Philister Mag. Christian Buchhas die Tauriscia wieder reaktiviert. Allerdings flaute das Interesse schon 1986 wieder ab und so musste die Tauriscia ihren Aktivenbetrieb Ende des Sommersemesters 1987 wieder aussetzen. Diese Vertagung schien endgültig zu sein. Nach dem 70. Stiftungsfest der Asciburgia im Jahre 1992 erwachte wieder das Interesse auf evangelischer Seite. Mit der Hilfe der Asciburgia reaktivierten am 20. Dezember 1992 vier junge Gymnasiasten die Tauriscia. Allmählich begann die Tauriscia im Oberschützer Verbindungsleben wieder Fuß zu fassen. Auch mit dem Wingolf zu Wien konnten wieder Kontakte geknüpft werden.
Die Tauriscia hat außerdem gute Kontakte zu den anderen burgenländischen Verbindungen, (nicht zuletzt durch den Beitritt als außerordentliches Mitglied in den BMV 2006) und ist immer wieder auf deren Veranstaltungen zu Gast. Auch beim jährlichen Treffen des MKV, dem Pennälertag, war und ist die Tauriscia mit offiziellen Vertretungen anwesend. Ebenso ist man auch auf europäischer Ebene seit dem Beitritt in die Kurie im EKV im Jahr 1998 fest etabliert.
